Eine islamische Bank definiert sich nach den Islamic Banking Kriterien. Hier orientiert sich die islamische Bank in erste Linie an die Gebote und Verbote des Islams aus den Quellen Quran und Sunna.

Wie funktioniert eine islamische Bank?

Eine islamische Bank agiert weniger als Gelverleiher, sondern mehr als Beteiligungs- und Handelsunternehmen.

Eine islamische Bank verpflichtet sich ebenso zu Transparenz, um die Prüfbarkeit der Islamkonformität jederzeit zu gewährleisten.

Wie verdient eine islamische Bank?

Eine islamische Bank nutzt die Spareinlagen der Kunden um in verschiedenen Projekten zu investieren, i.d.R. Sachwerte wie Autos, Immobilien und Unternehmensbeteiligungen.

Die Investitionen erfolgt aus einem Pool, in dem die Einlagen der Sparer gesammelt werden. Der einzelne Sparer wird dann an der durchschnittlichen Rendite aller Geschäfte beteiligt. Deshalb werden islamische Banken in der Türkei auch Beteiligungsbanken genannt. Im Unterschied zu konventionellen Häusern handelt es sich nicht um Zinsen, die an die konkrete Einlage des Sparers gekoppelt sind.

Islamische Bankgeschäfte müssen die fünf Prinzipien der Shari’a erfüllen:
  • Das absolute Zinsverbot (ribā): Finanzkontrakte dürfen keine Zinsen tragen. Verboten sind deshalb alle Kredit- und Einlagengeschäfte, aus denen Kredit oder Habenzinsen resultieren. Zulässig sind jedoch Mieten oder Leasinggebühren.
  • Verbot des Glücksspiels und der Wette (maysir): Derivate gelten als Wette und sind – selbst als reines Hedging – verboten.
  • Verbot von Spekulation und Risiko (gharar): Aktienhandel mit rein spekulativen Interessen wie das Daytrading sind verboten, Aktienkäufe mit langfristiger Beteiligungsabsicht sind statthaft. Verboten ist der Leerverkauf.
  • Verbot unethischer Geschäfte (Harām): Waffenhandel, Drogenhandel, Tabak, Alkoholkonsum, Schweinefleisch, Prostitution und Pornografie. Bankgeschäfte dürfen diese Geschäfte nicht zum Inhalt haben.
  • Prinzip der Gewinn- und Verlustteilung: Der Investor ist als Unternehmer am Gewinn oder Verlust beteiligt und kein Gläubiger.

Islamische Banken berücksichtigen die völlig anders ausgerichtete Denkweise im Finanzwesen. So basiert der westliche Kapitalismus vornehmlich auf dem Gewinnstreben einzelner, welche durch Zinserträge ihr Kapital stetig vermehren können. Anders das islamische Finanzwesen: Es erkennt zwar Privateigentum, Markt und Wettbewerb ebenfalls an, stellt aber in den Vordergrund den Zusatznutzen, den ein bestimmtes Produkt für die Gemeinwirtschaft schafft.